Projektbeschreibung

Ein Projekt an der Arbeitsstelle Interkulturelle Literatur- und Medienwissenschaft des Instituts für Germanistik der Universität Hamburg in Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Istanbul Universität.

In Deutschland kursieren über die Türkei Vorstellungen, die häufig durch vorgefasste Meinungen und stereotype Bilder gespeist sind. Die Türkei wird dabei eher als Land am Rande Europas wahrgenommen. Doch gilt es, den Blick dafür zu schärfen, dass die Türkei infolge von Migrationsbewegungen gleichzeitig mitten in Deutschland verortet ist. Von daher ist Migration nicht nur als Kulturwechsel von Menschen zu verstehen, die sich aus ihrer Heimat in ein anderes Land aufmachen, sondern auch als tiefgreifender soziokultureller Veränderungsprozess derjenigen, die sich als Mitglieder der Aufnahmegesellschaft verstehen.

Sowohl in Deutschland als auch in der Türkei haben Filme, die das Thema Migration in diesem Sinne erzählerisch aufarbeiten, eine lange Tradition. Doch erst mit erfolgreichen Kinoproduktionen wie Fatih Akıns GEGEN DIE WAND (2004) und Yasemin Şamderelis ALMANYA – WILLKOMMEN IN DEUTSCHLAND (2011) erreichten deutsch-türkische Migrationsfilme ein breiteres Publikum. Sie bieten den Betrachtern die Chance, sich über die filmisch verhandelten Problematiken mit den psychosozialen Folgen von Migration vertraut zu machen. Vor allem aber ermöglichen die audiovisuell vielschichtigen Narrationen ein emotionales Miterleben, sodass Migration zu einer ‚geteilten Erfahrung' werden kann.

Das Forschungsprojekt untersucht deutsch-türkische und türkische Filme zum Thema Migration und Remigration aus einem Fundus von über 500 Produktionen. Leitend ist die Frage, inwieweit und mit welchen filmischen Inszenierungsstrategien es gelingt, die Zuschauer in ein emotionales Miterleben hineinzuführen und so das Interesse an Migrationsphänomenen zu wecken oder gar die Identifikation mit der jeweils ‚anderen Seite' zu unterstützen. Die Forschungsergebnisse werden einer breiteren Öffentlichkeit durch eine Monographie, ein Lexikon zum deutsch-türkischen und türkischen Migrationsfilm und eine Ausstellung zugänglich gemacht. Ziel ist es, das Verständnis über die Türkei zu vertiefen und Migration als integralen Bestandteil des kulturellen Miteinanders zu verdeutlichen.

 

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Kontakt

Prof. Dr. Ortrud Gutjahr
Universität Hamburg, Institut für Germanistik
Von-Melle-Park 6
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