Projektbeschreibung

Ein Forschungsprojekt des Arbeitsbereichs Interkulturelle Bildung an der Universität Bremen in Kooperation mit Associate Professor Doç. Dr. Sevgi Uçan Çubukçu (ehemals Istanbul Universität).

Unter welchen Bedingungen und warum wurden Frauen- und Geschlechterstudien an Universitäten in der Türkei institutionalisiert? Und wie verändern sie sich im Spannungsfeld von Wissenschaft, Staat und Zivilgesellschaft?

In Folge der Entstehung der feministischen Bewegung in den 1980er Jahren wurden die Frauenstudien zu Beginn der 1990er Jahre zunächst an Universitäten in Istanbul und Ankara als eine unabhängige akademische Disziplin gegründet. Die Gründerinnen waren Akademikerinnen, die sich meist in den Frauenbewegungen engagierten. Bis zum Jahr 2017 etablierten sich rund 95 Frauen- und Geschlechterstudienzentren an staatlichen und privaten Universitäten, sowohl in Millionenstädten, wie z.B. Antalya, Gaziantep und Izmir als auch in Provinzstädten, wie z.B. Aydın, Bingöl und Çorum.

Anhand eines diskursanalytischen Verfahrens untersucht das Projekt für ausgewählte Zentren Websites, Curricula, Forschungsaktivitäten und weitere relevante Dokumente, die Rückschlüsse über gesellschaftspolitische Motivationen erlauben. Gespräche mit Expert*innen begleiten und ergänzen die Datenerhebung. Durch die Analyse von Entstehungskontexten, Selbstverständnissen und Zielsetzungen soll die Verortung der institutionalisierten Frauen- und Geschlechterstudien im Rahmen staatlicher Effekte, unabhängiger Wissenschaft und zivilgesellschaftlichem Widerstand diskutiert werden. Die so empirisch ermittelten Diskurse um die Frauen- und Geschlechterstudien in der Türkei werden mittels einer Literaturanalyse mit ‚Blickwinkeln' aus Deutschland und England verglichen.

Über eine Wanderausstellung zu Frauen an Universitäten in der Türkei sowie Lehrveranstaltungen möchte das Projekt außerdem einen Beitrag zur Erweiterung der Perspektive auf die Frauen- und Geschlechterstudien in der Türkei sowie zur Stärkung der wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland, England und der Türkei leisten.

 

 

 

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Kontakt

Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu
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